Fracking

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Methode zur Förderung von Erdgas aus tiefen Gesteinsschichten

Beim Fracking (Methode des Hydraulic Fractioning, also hydraulisches Aufbrechen, kurz „Fracking“), wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in Gesteinsschichten gepresst, um das darin enthaltende Gas zu fördern. Chemikalien wie Kaliumchlorid, Isopropanol oder Boratsalze werden benötigt, um die Anlagen vor Korrosion zu schützen und Bakterien abzutöten.

Von Kritikern wird diese Methode als umweltbelastend eingestuft. Die verwendeten Chemikalien bleiben ja nicht in den Gesteinsschichten. Auch Seen und Flüsse und somit das Grundwasser werden in der Folge mit toxischen Chemikalien belastet. Eine großes Problem bei der Fracking-Methode ist auch der immens hohe Wasserverbrauch. Pro Gasquelle werden in den USA zwischen 8 und 19 Millionen Liter Wasser benötigt. Gefördert wird letztendlich ein fossiler Energieträger, der durch seine CO2-Bilanz zum Klimawandel beiträgt.

Fracking ist nicht gleich Fracking

Hydraulic Fracturing wurde erstmals 1947 eingesetzt. Anfangs wurde mit geringem Druck und teils komplett ohne Chemikalien gearbeitet. Diese Art von Hydraulic Fracturing wird auch heute noch verwendet, um Trinkwasserbrunnen anzuregen. Im Jahr 2002/2003 konnte durch die Kombination von Hydraulic Fracturing und Horizontalbohrungen erstmals in den USA Schiefergas wirtschaftlich gefördert werden. Die Horizontalbohrungen durchbohren unterirdisch Quadratkilometer große Flächen. Mit Hydraulic Fracturing werden diese Gebiete dann mit einer Wasser/Chemikalienmischung durchspült und aufgebrochen. Durch die erzeugten Risse kann das Gas eine Weile ausströmen. Schon nach wenigen Wochen lässt der Effekt nach und muss wiederholt werden. Die Abfallrate liegt bei bis zu 85 Prozent im ersten Jahr. Das heutzutage bei der unkonventionellen Gasförderung eingesetzte Hydraulic Fracturing – auch High-Volume/Slick-Water Hydraulic Fracturing genannt – hat mit dem alten Verfahren bis auf den Namen und dem Einsatz von Wasser und Druck nicht mehr viel gemeinsam. Im Verhältnis zum einfachen Hydraulic Fracturing wird beim High Volume/ Slick-Water Hydraulic Fracturing ca.

  • mehr als 300 mal mehr Chemie (in Tonnen) eingesetzt
  • 150 mal mehr Wasser verwendet/(verschwendet)
  • mehr als 1000 mal mehr unterirdische Fläche verseucht
  • mehr als 3 bis 5 mal soviele Lastwagen für den Transport eingesetzt
  • 75% mehr Bohrschlamm generiert
  • eine mehrfach so große Fläche verbraucht bzw. genutzt.

Fracking in Niederösterreich

Der Begriff "fracking" wurde in Österreich bekannt, als die OMV 2011 plante im Weinviertel Schiefergas zu gewinnen. Durch die steigenden Energiepreise werden unkonventionelle Methoden zur Gewinnung von fossilen Brennstoffen zunehmend rentabler. Dazu gehört auch die Förderung von Schiefergas. Schiefergas ist ein natürlich vorkommendes Erdgas, das in Tonsteinen gespeichert wird. Im Weinviertel formierte sich in den betroffenen Gemeinden ein aktiver Widerstand in der Bevölkerung, der Gemeinde- und Landespolitik dazu bewegte sich gegen die Schiefergas-Gewinnung auszusprechen.

Siehe auch: Weinviertel statt Gasviertel

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